Meta Ad Library: Konkurrenz-Anzeigen finden und auswerten

Die Meta Ad Library ist Metas öffentliches Archiv der Anzeigen auf Facebook, Instagram und den übrigen Meta-Diensten. Um zu sehen, was ein Wettbewerber gerade schaltet, öffnest du facebook.com/ads/library, wählst ein Land, stellst die Anzeigenkategorie auf „Alle Werbeanzeigen“ und tippst den Namen der Marke in die Suchleiste. Danach grenzt du die Treffer über „Filter“ ein, etwa auf Bilder und aktive Anzeigen, und öffnest bei interessanten Ads „Anzeigendetails ansehen“. Für Anzeigen, die in der EU ausgeliefert wurden, findest du dort zusätzlich Reichweite, Alter, Geschlecht und Standort der Zielgruppe. Klicks, Umsätze oder das Budget siehst du nicht.
Der Rest dieser Anleitung geht die Schritte einzeln durch, erklärt die Felder einer Anzeige und zeigt eine Notiz-Routine, mit der aus dem Durchklicken eine Recherche wird, auf die du später zurückgreifen kannst.
Meta Ad Library auf Deutsch: die Facebook Werbebibliothek
Wer nach „Facebook Werbebibliothek“ sucht, landet am selben Ort. Die deutsche Oberfläche heißt „Meta-Werbebibliothek“, die Adresse ist dieselbe wie bei der englischen Meta Ad Library. Mit deutscher Spracheinstellung im Browser erscheinen auch alle Filter und Schaltflächen auf Deutsch, deshalb stehen die Bezeichnungen in dieser Anleitung so, wie du sie dort liest (Stand Oktober 2026).
Meta erklärt im Hilfebereich, wie die Suche funktioniert; dort stehen auch die Aufbewahrungsfristen, die für politische und gesellschaftliche Werbung länger ausfallen als für normale Produktwerbung. Standardmäßig zeigt die Library aktive Anzeigen, so beschreibt es Meta auch für die API.
Für Werbung in der EU kommt eine gesetzliche Pflicht dazu. Der Digital Services Act, Artikel 39 verlangt von sehr großen Plattformen ein durchsuchbares Werbearchiv, das jede Anzeige während der Laufzeit und ein Jahr nach ihrer letzten Ausspielung zeigt. Darin stehen unter anderem der Inhalt der Werbung, in wessen Namen sie lief und wer bezahlt hat, der Zeitraum, die wichtigsten Parameter der Zielgruppe und die Zahl der erreichten Nutzer. Für Anzeigen in Deutschland und Österreich bekommst du deshalb mehr Angaben als für Länder außerhalb der EU, wo diese gesetzliche Pflicht nicht gilt.
Die Werbebibliothek bei Facebook finden und einen Wettbewerber suchen
Ein Facebook-Konto brauchst du nicht zwingend. Stand Oktober 2026 lädt die Library Ergebnisse auch ohne Anmeldung, prüf aber den aktuellen Stand, Meta ändert die Oberfläche regelmäßig.
- Öffne facebook.com/ads/library.
- Wähl oben das Land, in dem dein Wettbewerber wirbt, also zum Beispiel Deutschland oder Österreich. Die Auswahl bestimmt, welche Auslieferung du siehst, nicht den Sitz der Marke.
- Stell im Dropdown „Anzeigenkategorie“ die Option „Alle Werbeanzeigen“ ein. Die anderen Kategorien sind für politische und gesellschaftliche Werbung gedacht.
- Tipp den Markennamen in das Feld „Nach Stichwort oder Werbetreibendem suchen“. Meta gruppiert Anzeigen nach der Facebook-Seite, die sie schaltet. Wenn die Seite der Marke als Vorschlag erscheint, nimm sie, dann siehst du nur deren Anzeigen.
- Taucht die Seite nicht auf, schick die Suche als Stichwortsuche ab. Dann findest du alle Ads, in denen das Wort vorkommt, auch die von anderen Werbetreibenden, und grenzt im nächsten Schritt über den Filter „Werbetreibender“ ein.
Ein Hinweis zur Stichwortsuche: In der Dokumentation der Ad Library API schreibt Meta, dass Suchbegriffe nicht übersetzt werden. Such also in der Sprache, in der die Anzeigen formuliert sind.

Filter und Sortierung, wie sie wirklich heißen
Über die Schaltfläche „Filter“ öffnet sich ein Fenster mit sechs Einstellungen. Die Tabelle gibt die Bezeichnungen der deutschen Oberfläche sinngemäß wieder, Meta ändert Namen und Optionen gelegentlich, deshalb können sie bei dir leicht abweichen.
| Filter | Optionen | Wofür du ihn brauchst |
|---|---|---|
| Sprache | Alle Sprachen oder eine bestimmte | Marken, die in mehreren Sprachen werben, trennen |
| Werbetreibender | Alle Werbetreibenden oder eine Seite | nach einer Stichwortsuche auf eine Marke eingrenzen |
| Plattform | Alle Plattformen oder z. B. nur Instagram | sehen, wo eine Marke ihre Ads ausspielt |
| Medienart | unter anderem Bilder, Videos oder Memes | nur Statics oder nur Videos anzeigen |
| Aktiv-Status | Aktiv und inaktiv, Aktive Anzeigen, Inaktive Anzeigen | laufende Ads von beendeten Tests trennen |
| Impressionen nach Datum | Zeitraum von bis | Ads finden, die in einem bestimmten Zeitraum ausgeliefert wurden |
Für die Konkurrenzbeobachtung ist „Medienart“ der wichtigste Filter, denn mit der Option „Bilder“ bleiben genau die Statics übrig, die du dir ansehen willst. Eine Static ist eine Anzeige aus einem einzigen Bild, meist mit Headline und Button, ohne Video und ohne Bildfolge. Weil sie schnell gebaut und getauscht sind, testen Marken damit oft viele Varianten, was sie für die Recherche ergiebig macht.
Neben „Filter“ steht „Sortieren“. Dort kannst du die Treffer unter anderem nach Impressionen ordnen. Das liefert dir eine Reihenfolge, aber keine Zahl: Wie viele Impressionen eine kommerzielle Anzeige hatte, zeigt die Library nicht.
Was in einer Anzeigenkarte steht
Jede Ad erscheint als Karte. Oben stehen der Status („Aktiv“), die Bibliotheks-ID und das Startdatum in der Form „Seit dem … ausgeliefert“. Darunter folgen Symbole für die Plattformen und, falls zutreffend, der Hinweis „Es gibt mehrere Versionen dieser Werbeanzeige“. Darunter siehst du die Anzeige selbst: Text, Bild oder Video, Headline, Link und Button.
Aus dem Startdatum ergibt sich die Laufzeit, also wie lange eine Ad schon aktiv ist. Die rechnest du selbst aus, die Library zeigt sie nicht als eigene Zahl. Der Hinweis auf mehrere Versionen bedeutet, dass hinter der Karte Abwandlungen derselben Anzeige stecken, etwa mit anderem Text oder Bild.
Mit „Anzeigendetails ansehen“ öffnet sich ein Fenster mit drei aufklappbaren Bereichen. Der ergiebigste heißt „Transparenz nach Standort“. Unter „Europäische Union“ stehen dort zuerst die Anzeigen-Zielgruppe in der EU, also eingeschlossene und ausgeschlossene Standorte, Alter und Geschlecht, und danach die Anzeigenauslieferung in der EU mit der Reichweite und einer Aufschlüsselung nach Standort, Altersgruppe und Geschlecht. Die beiden anderen Bereiche, „Infos zum Werbetreibenden“ und „Werbetreibender und Zahlender“, verraten dir, wer hinter der Anzeige steht und wer sie bezahlt. Das müssen nicht dieselben sein.
Die Reichweite ist die Zahl der Meta-Konten in der EU, die die Anzeige mindestens einmal gesehen haben. Sie ist ein Schätzwert und nicht mit Impressionen gleichzusetzen, denn eine Person kann dieselbe Anzeige mehrfach sehen. In der Referenz der API sind Reichweite, Altersverteilung und Zielgruppen-Angaben ausdrücklich nur für Anzeigen verfügbar, die in die EU bzw. das Vereinigte Königreich ausgeliefert wurden.
Eine Notiz-Routine für die Konkurrenzrecherche
Die Library merkt sich nichts für dich. Wenn du in drei Wochen wissen willst, ob eine Ad noch läuft oder ob eine Marke ihren Ansatz gewechselt hat, brauchst du eigene Notizen. Eine Tabelle reicht. Eine Zeile pro Ad, diese Spalten:
- Marke und Bibliotheks-ID, damit du die Anzeige wiederfindest, auch wenn sie in der Trefferliste nach hinten rutscht
- Startdatum aus „Seit dem … ausgeliefert“ und daneben die Laufzeit am Tag der Notiz
- Format: Static, Video oder Karussell, bei Statics das Seitenverhältnis
- Hook, also die erste Zeile oder Headline, die den Blick fangen soll
- Angebot wie Rabatt, Gratisversand oder Probe, oder der Vermerk, dass es keins gibt
- Button-Text und Ziel des Links
- Versionen: gibt es mehrere, und worin unterscheiden sie sich
- EU-Reichweite, falls vorhanden, mit dem Datum, an dem du sie abgelesen hast
Ein fiktives Beispiel: Für den Kurierdienst Blitzkurier (fiktiv) notierst du eine Static im Hochformat mit dem Hook „Verdiene pro Fahrt, nicht pro Stunde.“, ohne Rabatt oder Bonus als Angebot und mit dem Button „Jetzt bewerben“, dazu das Startdatum und den Hinweis auf mehrere Versionen. Schaust du eine Woche später wieder hinein, siehst du, ob die Ad noch aktiv ist und ob neue Varianten dazugekommen sind.
Ein fester Rhythmus hilft mehr als lange Sitzungen. Einmal pro Woche dieselben Marken mit denselben Filtern (Land, „Alle Werbeanzeigen“, „Bilder“, „Aktive Anzeigen“) zu prüfen, macht Veränderungen sichtbar: Was ist neu, was ist verschwunden, was läuft immer noch.
Was die Meta Ad Library nicht zeigt
Die Library ist ein Transparenzwerkzeug und kein Analyse-Dashboard. Diese Lücken solltest du kennen, bevor du Schlüsse ziehst:
- Keine Klicks, keine Conversions, keine Klickrate. Wie gut eine Anzeige verkauft, weiß nur der Werbetreibende.
- Kein Budget und keine Impressionen für normale Werbung. In der API-Referenz sind Ausgaben und Impressionen als nur für politische und gesellschaftliche Werbung verfügbar gekennzeichnet.
- Reichweite nur für die EU, und auch dort als Schätzung. Für Länder außerhalb der EU fehlen die Transparenzangaben, die der DSA vorschreibt.
- Nur die Hauptparameter der Zielgruppe. Du siehst Standort, Alter und Geschlecht, aber nicht jede Einstellung, die der Werbetreibende gewählt hat.
- Keine Garantie auf Vollständigkeit. Wurde eine Anzeige wegen eines angeblich rechtswidrigen Inhalts oder eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen entfernt, lässt das Archiv laut Art. 39 DSA Angaben zu Werbetreibendem und Zahlendem weg.
Eine lange Laufzeit oder viele Versionen sind deshalb Hinweise, keine Beweise. Sie zeigen dir, dass eine Marke weiter Geld in eine Idee steckt, obwohl sie deren Zahlen kennt und du nicht, und genau deshalb musst du jede Übernahme an deinen eigenen Zahlen prüfen.
Wenn du die Recherche nicht jede Woche von Hand machen willst
Ads Competitors setzt an genau dieser Stelle an. Du gibst einen Wettbewerber ein, als Markennamen oder als Link aus der Meta Ad Library. Die aktiven Statics erscheinen nach Laufzeit sortiert, was seit Wochen läuft, gilt dort als Gewinner-Signal. Logo, Farben und Schrift hinterlegst du einmal, danach kannst du eine Ad in deiner Marke umsetzen lassen. Jeder Nachbau kommt in drei Varianten zurück, jeweils als 1:1, 4:5 und 9:16.
Die Grenzen sind dieselben wie oben: Klicks und Conversions veröffentlicht Meta nicht, die Reichweite gibt es nur für die EU, und das Tool arbeitet nur mit Statics, nicht mit Video. Jedes Ergebnis prüfst du, bevor du es schaltest. Wer es ausprobieren will, kann sich hier ein Konto anlegen.